Pilot beim Groundhandeln vor dem Start am Monte Alpo

Der richtige Zeitpunkt für ein Gleitschirm Sicherheitstraining?

Wie finde ich den richtigen Moment?

Grundsätzlich kann sagen, den universal gültigen, richtigen Zeitpunkt für ein Sicherheitstraining gibt es nicht. Aber es gibt einige gute Anhaltspunkte, an denen du erkennen kannst, ob ein Sicherheits- oder Flugtechniktraining dich bei deinem Fliegen weiterbringen könnte.

Im folgenden Artikel möchte ich auf einige dieser Punkte eingehen. Natürlich bin ich als Sicherheitstrainer und Anbieter von Trainings nicht ganz neutral bei diesem Thema, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass du dich in den ein oder anderen Punkten wiederfindest.

Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Sicherheitstraining

Die formellen Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Sicherheitstraining sind übersichtlich. Du solltest einen in Deutschland gültigen Luftfahrerschein haben und deine Ausrüstung sollte gecheckt und in gutem Zustand sein.

Was dein Können angeht gibt es keine Anforderungen, die über das sichere und selbstständige Starten und Landen hinausgehen. Es ist sogar so, dass du am Startplatz jederzeit von einer Fluglehrer:in betreut wirst. Und durch die Möglichkeit unter Anleitung zu Groundhandlen kommen schnell nicht zu unterschätzende Skills dazu wie den Schirm auch bei etwas mehr Wind sicher rückwärts aufzuziehen.

5 typische Zeitpunkte zu denen Pilot:innen ins Training kommen

1. Du hast gerade deine Ausbildung abgeschlossen

Du hast deinen Schein gerade fertig gemacht und möchtest jetzt direkt wichtige Tools wie effiziente Abstiegshilfen, fortgeschrittene Start- und Landetechniken, und eine bessere Kontrolle über deinen Schirm lernen. Während in der Ausbildung beim Einsetzen der Thermik immer Schluss war, hast du schnell gemerkt, dass es im normalen Fliegeralltag oft anders zugeht. Wenn du deinen Schirm auch in bewegter Luft sicher kontrollieren kannst wirst du dich sicherer fühlen und automatisch mehr Spaß beim Fliegen haben. Der Zeitpunkt nach der Ausbildung ist ideal, weil sich so falsche und vielleicht sogar gefährliche Verhaltensweisen gar nicht erst einschleichen können. Es ist viel anstrengender eine einmal erlernte Falsche Verhaltensweise wieder abzutrainieren, als sie gleich von Anfang an richtig zu erlernen.

2. Ich fliegen schon einige Zeit und möchte jetzt meine Ausrüstung wechseln

Du fliegst schon eine Weile und überlegst jetzt auf eine andere Art von Ausrüstung zu wechseln. Du denkst vielleicht über ein Liegegurtzeug nach, oder einen Schirm in einer höheren Klassifizierung. Gleitschirm ist erstmal Gleitschirm und in ruhiger Luft ähneln sich die Flugeigenschaften der meisten Gleitschirme auch sehr. Anders schaut es im Extremflugverhalten aus. Und um dieses kennenzulernen gibt es eigentlich keine andere Möglichkeit, als es in sicherer Umgebung über Wasser zu testen.

3. Ich hatte eine unangenehme Situation und möchte jetzt Vertrauen und Spaß am Fliegen wiederfinden.

Wer viel fliegt kommt früher oder später auch in Situationen in denen er gefordert und vielleicht sogar auch mal überfordert ist. Auch wenn es nicht zu einem Unfall kommt schleichen sich oft negative Gefühle und vielleicht falsche und irrationale Reaktionen ein. Durch gezieltes mentales und praktisches Training lassen sich solche Blockaden schnell und gezielt lösen.

4. Ich möchte die Bandbreite an Bedingungen vergrößern in der ich mich sicher fühle.

Wenn du als selbstreflektierter Pilot weißt, dass du keine Abstiegshilfen beherrscht musst du landen gehen, wenn es thermisch wird. Kannst du nicht rückwärts deinen Schirm aufziehen wird es ab 10-15 km/h Wind am Startplatz unangenehm. Wenn du das Extremflugverhalten deiner Ausrüstung, und da zähle ich dein Gurtzeug ganz bewußt dazu, nicht kennst, kannst du in bewegter Luft nicht entspannt fliegen. Wenn du dich weiterbildest und deine Fähigkeiten wachsen, dann wächst auch die Bandbreite an Bedingungen
in denen du Fliegen kannst, oder eben auch ganz selbstbestimmt einen Flug auslassen kannst.

5. Du möchtest ein bestimmtes Manöver lernen

Das Beherrschen eines Gleitschirms in einer vielzahl an Flugzuständen ist spannend und eine ganz eigene Disziplin im Gleitschirmfliegen. Vielleicht möchtest du elegante Spiralen in den Himmel zaubern, den SAT lernen oder sogar die Tür zu den Strömungsabrissen aufmachen, wo dann Flugfiguren wie die Variationen des Stalls und der Helikopter auf dich warten. Auch für das Training spezieller akrobatischer Figuren wie den Misty Flip, das Infinity Tumbling ist gezieltes Training über Wasser mit einem erfahrenem Trainer im Ohr genau das Richtige.

Gleitschirmflieger beim Groundhandling am Ladenplatz Idrosee
Gleitschirmflieger beim Groundhandling am Ladenplatz Idrosee 2022

Ein individueller Trainingsplan ist unersetzlich

Vielleicht glaubst du bei einem Sicherheitstraining müssen alle die gleichen Übungen machen und haben am Ende bestanden und bekommen eine Urkunde. Ich war selbst schon Teilnehmer in Trainings, die nach diesem Schema funktioniert haben. Dabei ist es aber ganz unausweichlich, dass dabei niemand so richtig weiterkommt. Der Schlüssel für effizientes Lernen ist gefordert zu werden aber nicht überfordert. Und das funktioniert nur mit einem ganz individuellen Trainingsplan. Und dafür ist es wichtig mit einander zu Reden, in kleinen Gruppen zu arbeiten, und es soll auch möglich sein den erarbeiteten Fahrplan während dem Training noch anzupassen. Es könnte also sein, dass ein Pilot gerne in den ersten 2 Tagen seine Technik beim Nicken und Rollen verfeinern möchte während eine andere Pilotin direkt mit dem Akrobatiktraining und einer Figur wie dem Twister einsteigt. Es macht großen Spaß mit solchen gemischten zu Arbeiten.

Eine Sache habe ich aber noch gar nicht erwähnt. Ein sehr guter Grund, warum viele Teilnehmer immer wieder Trainings buchen ist, dass es einfach großen Spaß macht und ein tolles gemeinschaftliches Erlebnis ist. So ein Training ist anstrengend, aber am Ende will man meistens garnicht nach Hause und freut sich schon auf das nächste Mal.

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